Die Wallfahrtskirche Maria Seesal

Etwa 7 km östlich der Marktgemeinde Ybbsitz liegt in einem engen, waldreichen Tal auf einer Anhöhe – direkt am OÖ Mariazellerweg – Ursprungskapelle und Wallfahrtskirche von Maria Seesal. Name und Entstehung der Wallfahrt gehen auf einen Traum der Frau Helene Wochner, die aus Aflenz im steirischen Mürztal stammte, im Jahr 1863 zurück. Auf ihrem Grundstück sah sie ein von himmlischem Licht umstrahltes Marienbild, welches von Wallfahrern besucht wurde. Das Bild war erst an einem Holzkreuz befestigt, bald jedoch erhob sich darüber eine Kapelle aus Holz und schließlich eine aus Stein. Außerdem träumte ihr, sie hätte in ihrer Schürzentasche einen Zettel gefunden, auf dem deutlich die Worte „Maria Seesal“ standen.

Das Marienbild wurde 1864 an der Stelle der heutigen Ursprungskapelle an einem großen Holzkreuz befestigt. Im Herbst ließ Helene Wochner eine Holzhütte errichten, um das Bild vor der Witterung zu schützen. Als die Holzkapelle 1869 schadhaft und zu klein wurde, entschloss man sich zum Bau einer größeren, gemauerten Kapelle.

Die zweitürmige Kirche wurde in den Jahren 1904 bis 1906 durch Herrn Peter Lehner, dem Urenkel der Helene Wochner, an der heutigen Stelle von Maurermeister Hummel aus Zell an der Ybbs und Zimmermeister Luger aus Waidhofen erbaut. Am 5. September 1906 konnte P. Pius Strasser die Wallfahrtskirche weihen.

Das Seesaler Gnadenbild, nach barocker Art auf Leinen gemalt, zeigt die gekrönte Gottesmutter in kostbarem Gewand auf einer Mondsichel stehend. Rechts hält Maria ein Zepter und auf ihrem linken Arm thront das Jesuskind, welches einen roten Apfel mit einer daraus erwachsenen Rose hält.

Maria Seesal gilt als eine der beliebtesten Wallfahrts- und Hochzeitskirchen des Mostviertels. Für Pilger liegt ein eigenes Wallfahrerbuch auf.